Ihre Erscheinung ist nach wie vor bescheiden, doch dank Solarstrom und -wärme und einem höchsteffizienten Energiemanagement ist sie jetzt autark und verfügt dazu noch über rund 50 % mehr Raum: die am Fusse des Tiefengletschers auf 2542 m ü. M. gelegene und frisch sanierte Albert-Heim-Hütte der SAC-Sektion Realp im Urserental. 

Rund 3.5 Stunden dauert der Aufstieg mit Tourenskis vom Fusse des Furkapasses über rund 1000 Höhenmeter im Winter. Wer im Sommer die Wanderschuhe schnürt, braucht vom Furkapass nur rund 1.5 Stunden, um von der Albert-Heim-Hütte aus das einzigartige Alpenpanorama mit Blick auf Andermatt und das Urserental geniessen zu können.

Respektvolle Intervention in der alpine Welt  

2019, 101 Jahre nach ihrer Erstellung, wurde die Gesamtsanierung der Hütte abgeschlossen: sanitäre Anlagen, Schlafräume, Küche, Gebäudehülle und insbesondere die Energieversorgung – alles wurde auf neusten Stand gebracht und teilweise neu hinzugefügt. „Dabei lag uns am Herzen, dass die Bescheidenheit der alten Hütte fortdauert“, erklärt Erich Leutwyler, Inhaber der Leutwyler Partner Architekten aus Zürich, der den Um- und Erweiterungsbau geplant hat. „In dem wir alles, was Bestand hatte, erhalten und was wiederverwertbar war, auch genutzt haben sowie Neues aus Holz und Stein hinzugefügt haben, ist uns eine respektvolle Intervention in der alpinen Welt gelungen.“  

Von 92 Lampen über Registrierkasse bis Tiefkühltruhen 

„Unter anderem 92 LED-Lampen, Küchengeräte, von der Geschirrwasch- und Aufschnittmaschine bis zum Kühl- und Tiefkühlschrank, aber auch Lap-Top, W-LAN, Registrierkasse, Staubsauger, Warmwasser für die Heizung und die Küche, Heizungssteuerung und Pumpen, Steckdosen für Mobiltelefone – alles wird von der Solaranlage versorgt. Dazu gehören auch ein 2000-Liter-Warmwasserboiler und das Management des 20‘000 Liter-Trinkwassertanks im Keller und all die Pumpen, die es für diese und die Wärmeverteilung braucht“, erklärt Walter Brog, der mit seiner Esotec Energietechnik das Energiesystem der Hütte entwickelt und umgesetzt hat, in der im Sommer 64 und im Winter 8 Personen beherbergt werden können. 

Dachhaut und Kraftwerk  
Das Kraftwerk, das dies alles schafft, ist ein Solar-Systemdach der 3S Solar Plus aus Thun, das mit 7.6 Kilowatt Solarstromleistung und 18 Quadratmetern Solarthermie bestückt wurde. Es ist Dachhaut und Kraftwerk in einem und wurde selbstverständlich auf einen top gedämmten Dachaufbau installiert. In das System konnten Dachfester integriert werden, die in der Albert-Heim-Hütte Licht in die Dachzimmer und ins Treppenhaus bringen, dort grenzen der alte und neue Teil der Hütte aneinander. Eine Blei-Batterie ist das Herzstück des Strommanagements, sie garantiert, dass die Hütte mindestens 5 Tage ohne Solareinstrahlung auskommt. Was insbesondere für den Winter, wenn die Hütte nicht gewartet wird, wichtig ist. 
 
Hohe Flexibilität 
Walter Brog hat mit seinem Unternehmen bereits über 60 der insgesamt 153 SAC-Hütten  mit einem Solarsystem ausgerüstet. „Die Dachlösungen von 3S Solar Plus bieten uns dabei eine sehr hohe Qualität und Flexibilität. In der Albert-Heim-Hütte brauchen wir nur noch Gas fürs Kochen und für die frostsichere Wasserversorgung im Winter, wenn die Hütte unbewartet ist.“ Ein Holzherd und ein Holzofen im Aufenthaltsraum ergänzen die solare Energieversorgung. Beheizt werden der Aufenthaltsraum und die Trockenräume, die sanitären Anlagen und die Räume für das Hüttenpersonal. „Wir sind gerade an der Sanierung von drei weiteren SAC-Hütten in Graubünden“, erklärt der Solarenergiepionier Walter Brog, der auf 30 Jahre Erfahrung zurückblicken kann.


 
Steinkrone in der Landschaft  
Die neue Albert-Heim-Hütte thront als Steinkrone auf einem Felskopf in der Landschaft und passt sich dank dem neuen Solardach noch besser in die Landschaft ein. Die Bergsteiger, die von hier den 3586 m. ü. M. hohen Galenstock erklimmen, der das ganze Jahr über eine schöne Schneekappe trägt, oder diejenigen, die den Tiefenstock und die Bielenhörner erklettern oder die Rundwanderung über die Löchberglücke Richtung Göscherneralp unternehmen möchten, werden fortan noch lieber in der Hütte verweilen. Empfohlen sei auch der Nepali Highway, wie die blau-weiss markierte Wegetappe zwischen der Sidelenhütte und der Albert-Heim-Hütte SAC bezeichnet wird, oder der Ursener Höhenweg nach Andermatt.  
 
Warum nicht? 
Wie auch immer das Ziel heisst, die Albert-Heim-Hütte liegt in einer wunderbaren hochalpinen Landschaft, der mit dem ausgeklügelten, auf Solarenergie basierenden und hocheffizienten Energiesystem Rechnung getragen wird. Und da drängt sich doch die Frage auf, warum wir nicht öfter auch in tieferen Lagen solche beispielhafte Energieversorgungslösungen umsetzen. An der schönen Integration von Solaranlagen kann es nicht liegen, wie das Beispiel der Albert-Heim-Hütte zeigt. 

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